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<title>Engelbert Karl</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Engelbert Karl</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Engelbert Karl</b> (* <a href="5._Mai" title="5. Mai">5. Mai</a> <a href="1841" title="1841">1841</a> in <a href="M%C3%BCnchen" title="München">München</a>; † <a href="11._Oktober" title="11. Oktober">11. Oktober</a> <a href="1891" title="1891">1891</a> in <a href="Dresden" title="Dresden">Dresden</a>) war ein deutscher Schauspieler, Dramatiker, <a href="Theaterdirektor" class="mw-redirect" title="Theaterdirektor">Theaterdirektor</a> und <a href="Regisseur" title="Regisseur">Regisseur</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Leben">Leben</h2></div>
<p>Engelbert Karl wurde in eine musikalische Familie geboren und begann 1859 seine Theaterlaufbahn am Volkstheater Max Schweigers in <a href="M%C3%BCnchen" title="München">München</a>. Zunächst als jugendlicher Liebhaber engagiert, wurde bald sein komisches Talent entdeckt. Der Charakterkomiker nahm am <a href="Deutscher_Krieg" title="Deutscher Krieg">Krieg</a> 1866 teil, aus dem er unbeschadet zurückkehrte. Danach erhielt er ein Engagement am <a href="Staatstheater_am_G%C3%A4rtnerplatz" title="Staatstheater am Gärtnerplatz">Actien-Volkstheater</a> am Münchner Gärtnerplatz. 1869 gelang ihm der Sprung als Solist und Bühnenautor nach <a href="Wien" title="Wien">Wien</a> an das <a href="Theater_in_der_Josefstadt" title="Theater in der Josefstadt">Theater in der Josefstadt</a>.
</p><p>1870 wurde er als Unteroffizier im bayrischen <a href="K%C3%B6niglich_Bayerisches_Infanterie-Leib-Regiment" title="Königlich Bayerisches Infanterie-Leib-Regiment">Infanterie-Leib-Regiment</a> verpflichtet und musste am <a href="Deutsch-Franz%C3%B6sischer_Krieg" title="Deutsch-Französischer Krieg">Deutsch-Französischen Krieg</a> zwischen August und Dezember 1870 teilnehmen, u. a. an den Schlachten von <a href="Schlacht_von_Sedan" title="Schlacht von Sedan">Sedan</a>, <a href="Schlacht_bei_W%C3%B6rth" title="Schlacht bei Wörth">Wörth</a> und <a href="Schlacht_von_Orl%C3%A9ans" title="Schlacht von Orléans">Orléans</a>. In Kampfpausen studierte er mit seinen Kameraden <a href="Posse" title="Posse">Possen</a> und Operettenausschnitte ein, um sie aufzumuntern. In der Schlacht bei <a href="Beaugency" title="Beaugency">Beaugency</a> wurde er schwer verwundet. Diese Erlebnisse konnte er nie ganz überwinden und spendete zeit seines Lebens bedeutende Summen für Kriegsinvaliden und andere Bedürftige.
</p><p>Es folgten Engagements in Graz und Brünn. 1873 wurde er an das <a href="Dresden" title="Dresden">Dresdner</a> <a href="Residenz-Theater_(Dresden)" title="Residenz-Theater (Dresden)">Residenz-Theater</a> engagiert, wo er als Regisseur von Possen und <a href="Singspiel" title="Singspiel">Singspielen</a> sowie Darsteller komischer Gesangsrollen auftreten sollte. Bis zum Ende der Direktion von Hugo Müller stand er mit Koryphäen wie <a href="Marie_Geistinger" title="Marie Geistinger">Marie Geistinger</a>, <a href="Josefine_Gallmeyer" title="Josefine Gallmeyer">Josefine Gallmeyer</a>, <a href="Albin_Swoboda_(S%C3%A4nger%2C_1836)" title="Albin Swoboda (Sänger, 1836)">Albin Swoboda</a> und <a href="Felix_Schweighofer" title="Felix Schweighofer">Felix Schweighofer</a>, die am Residenz-Theater Gastspiele absolvierten, auf der Bühne. Es folgten Abstecher nach Breslau und an das Dresdner Hoftheater.
</p><p>Da Müller die Theaterdirektion wegen finanzieller Schwierigkeiten 1877 aufgab und sein Nachfolger <a href="Ferdinand_Dessoir" title="Ferdinand Dessoir">Ferdinand Dessoir</a> auch keine erfolgreiche Hand besaß, entschloss sich Engelbert Karl, ab 1879 die Direktion des Residenz-Theaters selbst zu übernehmen. Ihm zur Seite stand Carl Pleininger. Mit der Dresdner Erstaufführung der Operette <i>Jeanne, Jeannette et Jeanneton</i> von Paul Lacôme begann die Ära der Künstlerdynastie Karl/Witt am Residenz-Theater. Binnen kurzer Frist gelang es ihm, ein hervorragendes Künstlerensemble zu formen, das das Residenz-Theater zum herausragenden Volkstheater in Dresden machte.
</p><p>Zu seinem 25-jährigem Bühnenjubiläum wurde sein Lieblingsstück <i><a href="Der_Verschwender" title="Der Verschwender">Der Verschwender</a></i> von <a href="Ferdinand_Raimund" title="Ferdinand Raimund">Ferdinand Raimund</a> gegeben, er selbst und fünf seiner bis dahin sechs Kinder standen bei dieser Festvorstellung auf der Bühne. Im gleichen Jahr stand Girardi abermals auf der Bühne des Residenz-Theaters.
</p><p>Am 7. August 1884 verabschiedete sich Karl aus gesundheitlichen Gründen vom Residenz-Theater und gab die Direktion an die Brüder <a href="Franz_Steiner_(Theaterleiter)" title="Franz Steiner (Theaterleiter)">Franz</a> und <a href="Gabor_Steiner_(Theaterdirektor)" title="Gabor Steiner (Theaterdirektor)">Gabor Steiner</a>; ersterer war mit Angelika Dittrich, der zweiten Ehefrau von <a href="Johann_Strauss_(Sohn)" title="Johann Strauss (Sohn)">Johann Strauss (Sohn)</a>, liiert. Die drei verabschiedeten sich jedoch schon im Folgejahr und übernahmen das <a href="Walhalla-Theater_(Berlin)" title="Walhalla-Theater (Berlin)">Walhalla-Theater</a> in Berlin. Karl, der inzwischen für das Thalia-Theater in Chemnitz arbeitete, entschloss sich zur Rückkehr und eröffnete seine erneute Direktion am 19. September 1885 mit <i>Der Feldprediger</i> von <a href="Carl_Mill%C3%B6cker" title="Carl Millöcker">Carl Millöcker</a>.
</p><p>An seinem schweren Leiden, Folge seiner Verwundung von 1870, verstarb Engelbert Karl hoch anerkannt am 11. Oktober 1891 in Dresden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Bühnenautor_(Auswahl)"><span id="B.C3.BChnenautor_.28Auswahl.29"></span>Bühnenautor (Auswahl)</h2></div>
<ul><li><i>Das Vaterunser in der Christnacht</i>, UA 1869, Theater in der Josefstadt, Wien</li>
<li><i>Reise durch Dresden in 80 Minuten</i>, UA 1880, Residenz-Theater, Dresden</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Persönlichkeit"><span id="Pers.C3.B6nlichkeit"></span>Persönlichkeit</h2></div>
<p>Engelbert Karl wird als warmherzige Persönlichkeit, integer und großzügig geschildert. In seinem Nachruf von <a href="Ferdinand_Gleich" title="Ferdinand Gleich">Ferdinand Gleich</a> wurde er als „gute[r] Mensch und vortreffliche[r] Künstler“ gewürdigt. Karl etablierte das Musiktheater mit der Operette endgültig in Dresden. Durch sein Wirken kann das Residenz-Theater als der älteste Vorgänger der heutigen <a href="Staatsoperette_Dresden" title="Staatsoperette Dresden">Staatsoperette Dresden</a> betrachtet werden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Familie">Familie</h2></div>
<p>Im Münchner Lazarett lernte er Anfang 1871 die 23-jährige Schauspielerin Magdelena Kindermann, Tochter des Opernsängers <a href="August_Kindermann" title="August Kindermann">August Kindermann</a> (1848–1924), kennen und heiratete sie noch im selben Jahr. Sie war unersetzliche Beraterin und „Kampfgefährtin“ (zit. Schwarze) für ihn und schaffte es, nach seinem Tod das Residenz-Theater bis 1906 weiterzuführen, um es dann in der alleinigen Direktion an ihren Schwiegersohn Carl Witt zu übergeben.
</p><p>Aus der zwanzigjährigen Ehe gingen neun Kinder hervor. Davon können benannt werden:
</p>
<ul><li>Julie, heiratete 1896/97 Carl Witt (1862–1930), den späteren Nachfolger von Engelbert Karl als Direktor des Residenz-Theaters</li>
<li>Willy (1878–1930), Schauspieler</li>
<li>Helene (1880), nach zehn Monaten verstorben</li>
<li>Felix (* 1882)</li>
<li>Paula (9. Kind) (1890–1946), die Ehefrau Carl Sukfülls, späterer Direktor des Residenz- und des <a href="Albert-Theater_(Dresden)" title="Albert-Theater (Dresden)">Albert-Theaters</a> Dresden</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Andreas Schwarze: <i>Metropole des Vergnügens – Musikalisches Volkstheater in Dresden von 1844 bis heute</i> Dresden: SAXO'Phon 2016. ISBN 978-3-943444-59-9. S. 39–43.</li></ul>
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